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PRESSEBERICHTE

Jetzt soll die Post erst recht abgehen


(Bericht vom 20.Januar 2011)







Der Grenchner Daniel Wisard – in der Region besser bekannt als DJ Horse – arbeitet seit 15 Jahren als Briefträger bei der Post. Nun macht er sich selbstständig. Per Ende März beendet er seinen Job, um sich ganz seiner Leidenschaft, dem Auflegen. von Lea Reimann


Der grosse Terminkalender in Wisards Wohnzimmer macht es deutlich: Seine Wochenenden sind bereits lange im Voraus verplant. Von Grenchner Grossanlässen wie der Mia und der Fasnacht über Engagements in Bars wie dem Baracoa oder der Foxybar bis hin zu Hochzeiten, Feuerwehranlässen oder Fussballturnieren, legt DJ Horse an verschiedensten Orten auf. Gleich über mehrere Tage eingeschrieben hat er sich das Lauberhornrennen, eines seiner persönlichen Highlights. «Letztes Wochenende habe ich dort schon zum vierten Mal aufgelegt und es war für mich wieder genial», schwärmt der Musikliebhaber.

Das 100-Prozent-Pensum als Briefträger und sein Job als DJ seien allerdings nicht immer einfach zu vereinen – vor allem, wenn er nach einem Event am Freitagabend die Post vom Samstag verteilen sollte. Ohne das Entgegenkommen seiner Kollegen, mit denen er hin und wieder einen Samstagdienst abtauschen konnte, hätte er öfters auf Auftritte am Freitag verzichten müssen. Deshalb wagt er nun den Schritt in die Selbstständigkeit. «Jetzt bin ich in einem Alter, in dem ich es noch probieren kann», sagt der 32-Jährige und lacht: «Entweder jetzt oder nie!»

Im Namen der Dose

Bereits seit 16 Jahren ist Daniel Wisard vom Auflegen begeistert. Angefangen habe er als Schulabgänger 1994, und zwar im Jugendcafé des Zwinglihauses. Ein Jahr später versuchte er sein Können in einem Jugendraum in Bettlach, in welchem er mit Kollegen zusammen Partys organisierte. «Da hatte jeder eine Aufgabe. Ich war halt einfach der DJ», erinnert er sich. Mittlerweile gehört er zum Standardprogramm vieler Anlässe in Grenchen und tritt regelmässig in Bars der Region auf.

Ebenfalls bereits in frühen Jahren entstanden ist sein DJ-Name, der entgegen der naheliegenden Vermutung kaum etwas mit Pferden, sondern vielmehr mit Energydrinks zu tun hat. «Ein Kollege sammelte diese Dosen damals», erinnert Wisard. Auf der Suche nach einem Namen seien sie dann auf das Getränk «Flying Horse» gestossen. Daraus wurde kurzerhand die Bezeichnung «DJ Flying Horse» und schliesslich die kürzere Variante «DJ Horse».

Den Riesenkoffer immer mit dabei

Mitte der Neunziger Jahre habe er mit dem Sammeln von CDs angefangen. Kistenweise Singles und ganze Koffer voller CDs türmen sich heute in seiner Wohnung. Die meisten kommen regelmässig zum Einsatz, denn Wisard legt noch ganz traditionell CDs auf. Damit tanze er allerdings schon etwas aus der Reihe, denn die meisten DJs würden heute mit einem Laptop arbeiten und haben ihre Musik darauf gespeichert. «Dieser Wandel ist enorm. Als ich angefangen habe, fragten die Leute immer ganz erstaunt: Du legst schon CDs auf, nicht Platten?»

Heute sei dies anders, lacht Wisard. Die erstaunte Frage vieler Leute laute nämlich: «Du arbeitest noch mit CDs, nicht mit dem Laptop?» Allein zu einem Event nehme er an die 700 CDs mit, damit er für Wünsche ausgerüstet sei und sich dem Publikum anpassen könne. Zum Repertoire gehören neben Rock und Pop auch Oldies, Schlagernummern und House. «Ich habe auch schon den Schacherseppli aufgelegt», schmunzelt er. Wichtig sei, dass es den Leuten gefalle. Er geniesse es, wenn getanzt und gelacht werde – egal zu welchem Musikstil. «Dann bin ich in meinem Element.»

Zu seinen persönlichen Favoriten gehören die Bands ABBA und Queen. Oft hebe er sich deren Lieder bis ganz zum Schluss auf. Eines der letzten Lieder sei nicht selten der ABBA-Klassiker: «The winner takes it all».
(Grenchner Tagblatt)




Anerkennungspreis der Stadt und Region Grenchen 2009:

Der Anerkennungspreis wird Daniel Wisard alias DJ Horse verliehen. Seit 13 Jahren ist der gelernte Briefträger als DJ Horse unterwegs. Die Stärke des 30-jährigen Bettlachers ist seine musikalische Vielfalt. DJ Horse passt sich mit seinem vielseitigen Musikstil von Rock, Pop, House bis zu Oldies, 80s und Charts dem Publikum an. DJ Horse ist in der Region Grenchen ein Begriff. An den wichtigen Anlässen in Grenchen und der Region, wie die MIA, das Grenchner Fest, die Fasnacht und der Uhrencup ist der Unterhaltungskünstler seit Jahren präsent.

Die Preisverleihung fand am Freitag, 13.Februar 2009, 19 Uhr, im Kunsthaus Grenchen statt.

Datum der Neuigkeit 10. Nov. 2008


Er bringt unzählige Menschen zusammen


Anerkennungspreis DJ Horse über seine Anfänge, krasse Übergänge und die Bedeutung des Publikums


Für einige ist er der Pöstler, für die meisten aber schlicht ein anderes Wort für gute Stimmung. Der Grenchner und Wahlbettlacher Daniel Wisard alias DJ Horse erhält heuer den Anerkennungspreis von Grenchen.

DANIELA DECK

Daniel Wisards Markenzeichen ist seine gute Laune. Er versteht sich mit Menschen aller Generationen und Gesellschaftsschichten. Seit er als Jugendlicher sein Flair für das Mischen von Musik entdeckte, nutzt er dieses Talent, um Menschen zusammenzubringen. «Es fing im Jugendcafé des Zwinglihauses an», erzählt er. Zu Bezirksschulzeiten hatte er keine eigene Musiksammlung, aber dafür Lust zu experimentieren. Die Ermutigung von Kollegen führte dazu, dass eine Gruppe um Daniel Wisard sich in Bettlach ein privates Partylokal einrichtete, das Phunix. Der damals frisch gebackene DJ Wizard, wozu er seinen Namen verzauberte, hatte allerdings ein kurzes Leben. «Ich wurde darauf aufmerksam gemacht, dass es schon einen DJ mit diesem Namen gibt», sagt Wisard und grinst. Zum Pferd kam er durch den Energiedrink Flying Horse, der damals in Mode war. Unspektakulär, wie er findet.

Am Lauberhornrennen

Nun ist Daniel Wisard 30-jährig und als DJ Horse in der ganzen Region bekannt. Jedes zweite Wochenende sorgt er an einer Party für Stimmung. Am Lauberhornrennen durfte er bereits zum zweiten Mal auflegen. «Das habe ich Dagobert Cahannes zu verdanken. Es macht grossen Spass, mit ihm zusammenzuarbeiten», lobt Wisard den «besten Speaker». «Am Skirennen wollen die Leute etwas zum Schunkeln und zum Fahnenschwingen, und das Publikum ist extrem gemischt.»

Gerade darin liegt die Stärke von DJ Horse. An grossen heimischen Anlässen wie Sandloch- und Grenchner Fest hören ihm Jugendliche ebenso zu wie Senioren. Der DJ, der beruflich als Pöstler arbeitet, macht kein Geheimnis aus seinem Erfolgsrezept: «Ich bereite mich immer vor und schaue mir das Publikum an, bevor ich anfange. Meine Stärke sind krasse Übergänge.» DJ Horse gehört zu denen, die wirklich Musikstile mischen. Vom Missionseifer mancher DJ-Kollegen, die ihr Publikum zu einer und nur dieser Spezialität erziehen wollen, hält er nichts. «Ich lasse auch Stücke ab, die ich persönlich nicht mag. Hauptsache, die Leute haben Freude.»

Spielertrainer beim FC Wacker

Der Anerkennungspreis bedeutet Daniel Wisard viel. «Das ist mein erster richtiger Preis. Bei der Kuko Grenchen weiss ich, was sie unter Kultur verstehen und wie die Auszeichnung gemeint ist», gibt er das Kompliment zurück. Er, der heute in Bettlach lebt, fühlt mit dem Anerkennungspreis seine Grenchner Wurzeln gestärkt. Dabei ist Daniel Wisard überzeugt: «Es gäbe auch andere, die diesen Preis verdient haben.»

Die Auszeichnung wird nicht dazu führen, dass der DJ den Wisard völlig verdrängt. Denn auch zu diesem Hobby braucht er Abwechslung. So ist Daniel Wisard bei der 4. Liga des Fussballclubs Wacker als Spielertrainer tätig. «Früher habe ich als Stürmer sogar in der 2. Liga gespielt. Aber um das aufrecht zu erhalten, müsste ich den DJ an den Nagel hängen. Das kommt nicht infrage.»


- Portrait von DJ HoRsE im Solothurner Tagblatt vom 26.August 2008:

Man kann es nicht allen recht machen, aber möglichst vielen. Das ist die Devise von Daniel Wisard, der seit 13 Jahren als DJ Horse unterwegs ist. An Grenchner Partys gehört er zum festen Inventar – natürlich auch am Grenchner Fest. 

«Ciao Wisi», tönt es beim Gespräch mit Daniel Wisard im Minutentakt. Von zig Passanten wird er gegrüsst. Als Pösteler, Fussball-Trainer und DJ ist der 30-Jährige in Grenchen fast jedem bekannt. Auch sein Künstlername DJ Horse ist in der Region ein Begriff. Schliesslich gehört Daniel Wisard an Grenchner Partys zum festen Inventar. Zehn mias, zehn Jahre Grenchner Fasnacht, sechs Höllefuere in Bettlach und nächste Woche ist das dritte Grenchner Fest an der Reihe – dies nur einige Anlässe, von denen DJ Horse kaum mehr wegzudenken ist.

Angefangen hat für den heutigen Bettlacher (vor zwei Jahren hat er Grenchen verlassen) alles 1994 im Jugendkaffee im Zwinglihaus. Damals habe er mit CDs die dort waren, einfach ein bisschen Musik gespielt. Die ersten Anlässe, die er dann auch als DJ Horse bestritt, waren die so genannten «FurBur»-Partys in Bettlach. 1996 folgte das Zähnteschürfest und 1997 das Bettle-Fescht. Der erste Grossanlass war dann 1999 die mia in Grenchen. War er nervös? «Nein, nervös bin ich eigentlich nie», so Wisard. Er habe aber immer, auch heute noch, ein Kribeln im Bauch. Und das soll auch so bleiben: «Es ist ein Zeichen, dass ich Spass daran habe.»

Das musikalische Repertoire von DJ Horse ist umfassend. Nach eigenen Angaben besitzt Wisard alle Top-Ten-Songs von 1968 bis 2008. Seine persönlichen Lieblingsbands sind übrigens Queen und Abba. Doch das ist nicht so wichtig. «Ich spiele primär, was die Leute wollen und nicht was mir gefällt», sagt der 30-Jährige und fügt an: «Sonst hast du verloren.»

Anpassungsfähig

Und damit sind wir bei der Stärke von DJ Horse. Sei es das Geburtstagsfest einer 50-Jährigen, die Hochzeit von zwei Mittdreissigern oder eine Party für Junge, Daniel Wisard kann sich und seine Musik dem Publikum anpassen – ein musikalisches Chamäleon also. Was er spielt, entscheide er meistens spontan, so könne er sich am besten aufs Publikum einstellen. So taucht Wisard an einer Party oder einem Fest auch immer mit rund 500 verschiedenen CDs auf.

Doch auch Wisard musste feststellen, dass man es nicht allen Recht machen kann. Was die einen freut, animiert andere nicht zum Tanzen. Solche Fälle gibts bei DJ Horse nicht selten, wird er doch für die Partys engagiert, wo das Publikum bunt durchmischt ist und somit Anhänger unterschiedlicher Musikrichtungen anlockt. Wisard hat gelernt, mit Kritik umzugehen. So sagt er ganz offen: «Ich weiss, dass meine Übergänge nicht immer gelingen.» Doch seine Stärken scheinen zu überwiegen: DJ Horse hat seit Jahren im Schnitt jedes zweite Wochenende ein Booking.

Dass ihn auf der Strasse fast alle Leute kennen, stört Wisard nicht. Doch wie er sagt, würde es ihn genauso wenig stören, würden sie ihn nicht erkennen. «Ich bin DJ, weil es mir Spass macht und nicht um bekannt zu werden.» Und solange das so sei, meint Wisard, denkt er auch nicht ans Aufhören.

Parzival Meister